Montag, 18. März 2019
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So wenige Gründer wie nie

Die Zahl der Existenzgründer ist im Jahr 2016 auf einen neuen Tiefstand gesunken. Noch nie haben sich so wenige Menschen selbstständig gemacht wie im vergangenen Jahr.

Foto: © tiero/123RF.com

So wenige Menschen haben noch nie den Sprung in die Selbstständigkeit gewagt: Die Zahl der Existenzgründer ist auf einem Rekordtief angelangt, meldet der KfW-Gründungsreport 2017. Die Ursache sieht er in der guten Lage am Arbeitsmarkt: Seit der Wiedervereinigung waren noch nie so viele Menschen in Beschäftigung. Die Chancen, einen Arbeitsplatz zu finden, sind sehr groß – mit entsprechenden Auswirkungen auf die Gründungstätigkeit: Im Jahr 2016 begannen nur noch 166.000 Menschen eine beruflich selbstständige Tätigkeit, weil sie keine bessere Erwerbsalternative hatten. Das sind 40.000 "Notgründer" weniger als 2015.

Die Gründerquote (der jährliche Anteil an Existenzgründern an der Bevölkerung im Alter von 18-64 Jahren) fiel entsprechend von 1,5 Prozent auf 1,3 Prozent. Wie in den Vorjahren starteten sieben von zehn Gründern im Dienstleistungsbereich, gefolgt von 16 Prozent im Handel und 12 Prozent im Produzierenden Gewerbe.

Neuer Spitzenreiter ist Hamburg

Im aktuellen Bundesländervergleich gibt es einen neuen Spitzenreiter: Hamburg übernimmt im Durchschnitt der Jahre 2014 bis 2016 erstmals die Tabellenführung vor Berlin. In beiden Stadtstaaten ist die Gründungsaktivität stark von der Medien- und IT-Branche mit ihren hohen Anteilen von freiberuflichen Gründern gespeist. Hessen behauptet dahinter den dritten Platz.

So vielfältig wie die Gründer selbst – Voll-/Nebenerwerb, Solo/Team, digital, innovativ, wachstumsorientiert – sind auch ihre Finanzierungsbedarfe: Knapp jeder zehnte Gründer startet ohne auf Sach- oder Finanzkapital zurückzugreifen. Zwei von drei Gründern setzt allerdings Finanzmittel ein, zumeist ausschließlich eigene Mittel (39 Prozent). Knapp jeder vierte Gründer greift aber auf externe Mittel Dritter zurück (24 Prozent, Bankdarlehen, Freunde/Familie etc.).

Für das Jahr 2017 wird ein Ende der Talfahrt der Gründungsaktivität erwartet. Die gute Entwicklung am Arbeitsmarkt wird zwar weitergehen, der Rückgang der Erwerbslosenquote wird sich voraussichtlich aber verlangsamen. Die konjunkturelle Sogwirkung wird somit leicht überwiegen und wieder mehr Menschen – ermuntert durch die stabile konjunkturelle Entwicklung – ihre Geschäftsidee in ein Unternehmen umsetzen.

Hintergrund:

Der KfW-Gründungsmonitor basiert auf den Angaben einer jährlichen Zufallsauswahl von 50.000 Personen, die seit dem Jahr 2000 im Rahmen einer repräsentativen Bevölkerungsbefragung telefonisch interviewt werden. Der KfW-Gründungsmonitor 2017 ist die 17. Befragung. Weitere Informationen zum Thema Gründen finden Sie im Themenkompakt 'Existenzgründung'. Informationen zu den Förderprogrammen der KfW finden Interessierte auf www.kfw.de/gruenden.

 

 Foto: ©tiero/123RF.com

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