Montag, 24. Juni 2019
Unternehmensnavi Logo
Anzeige

Berlin ist die Hauptstadt der Gründer

Bereits seit sechs Jahren geht die Zahl der Existenzgründungen zurück. Mit einer Ausnahme: Berlin.

Foto: © Николай Кувшинов/123RF.com


Während die Zahl der Existenzgründungen in Deutschland bereits seit sechs Jahren rückläufig ist, wurde der Abwärtstrend in Berlin vorerst gestoppt. Zu diesem Ergebnis kommt das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) in einer aktuellen Studie. Verantwortlich dafür sollen vor allem Ausländer sein, die in Berlin "im Gegensatz zu den Deutschen besonders gründungsfreudig sind", sagt DIW-Forschungsdirektor und Studienautor Alexander Kritikos.

Schlusslicht im Vergleich der zwölf größten Städte ist übrigens Stuttgart. Bei Gründungen mit Innovationspotential führen München und Köln vor Berlin. "Allerdings fällt auf", so Kritikos weiter, "dass fast alle untersuchten Großstädte in diesem Bereich weiter an Dynamik verlieren, die Bereitschaft für innovative Gründungen also stagniert, mancherorts sogar sinkt".

Abwärtstrend bei "echten Betrieben" auch im Bund beendet

In der Gewerbeanzeigestatistik wird zwischen der Gründung von "echten Betrieben" und Kleingewerbegründungen unterschieden. "Echte Betriebe" werden von einer Personengesellschaft, einer juristischen Person oder einer Einzelperson mit Handwerkskarte gegründet und aus denen können in der Regel größere Betriebe oder Unternehmen entstehen, erklärt das DIW. Kleingewerbegründungen dagegen beträfen Einzelgründer, die einen Betrieb zum Vollerwerb oder Nebenerwerb aufmachen.

"In der wichtigen Untergruppe der ‚echten Betriebsgründungen‘, aus denen später eher größere Betriebe entstehen können, lässt sich", so Studien-Koautor Anselm Mattes, "auch im Bund erstmals wieder eine positivere Entwicklung beobachten." Die Zahl dieser Gründungen stieg in Bund von etwas über 86.000 auf knapp 90.000 an, sie machen damit 17 Prozent aller Gründungen aus.

Datengrundlage Gewerbeanzeigestatistik:
Grundlage der Erhebung ist die Gewerbeanzeigenstatistik, die Informationen über die obligatorischen Anmeldungen bei den Gewerbemeldeämtern liefert. Gegenüber anderen Statistiken zu Unternehmensgründungen habe die Gewerbeanzeigenstatistik den Vorteil einer Vollerhebung, so das DIW. Sie liefere auch verlässliche Daten für kleinere regionale Einheiten und erlaube damit einen aussagekräftigen Vergleich der Gründungsneigung auf der Ebene einzelner Städte.

Foto: © Николай Кувшинов/123RF.com

Leserkommentare

nach oben